Lumen oder Watt?
Elektrotechniker verwenden zur Angabe elektrischer Leistungen üblicherweise das Watt.
Auch Leistungen von Sendern oder Infrarot-Laserdioden für die optische Datenübertragung
werden üblicherweise in Watt angegeben, die "Leistung" einer Lichtquelle für
Beleuchtungszwecke stattdessen aber üblicherweise in Lumen. Dabei ist das Lumen (lm) die
photometrische Einheit zur Angabe des Lichtstroms einer Lichtquelle. Von photometrischen
Einheiten spricht man, wenn die spektrale Empfindlichkeit des Auges mit berücksichtigt wird.
Benutzt man eine Lichtquelle, die einfarbiges Licht mit einer Leistung von 1 W abstrahlt, ist
der Helligkeitseindruck nämlich von der Wellenlänge des Lichts abhängig. Handelt es sich
nämlich zum Beispiel um UV oder IR, so sieht man herzlich wenig! Die
Empfindlichkeitskurve des Auges (adaptiert auf Tageshelligkeit) zeigt das folgende Diagramm.
Bild 1. CIE-Empfindlichkeitskurve
Am empfindlichsten ist das Auge für eine Wellenlänge von 555 nm. Ein Leistung von 1 W
monochromatisch bei 555 nm entspricht einem Lichtstrom von 683 Lumen. Der Lichtstrom
misst dabei alles Licht, das von einer Quelle ausgesandt wird, unabhängig davon, wohin es
gestrahlt wird. Strahlt man etwa bei 650 nm 1 Watt ab, so ergibt das 683×0,107 = 73 Lumen,
weil bei 650 nm (rotes Licht) die spektrale Empfindlichkeit bereits auf 0,107 gesunken ist.
Bei Lampen gibt man oft auch die Lichtausbeute an. Sie gibt an, wie viel Lumen man für die
zugeführte elektrische Leistung erhält (Einheit lm/W). Bei Lampen, die mit elektronischen
Vorschaltgeräten ausgestattet sind und als Gesamtsystem betrieben werden, ist es üblich, die
elektrisch vom System aufgenommene Leistung zu benutzen. Ein schlechter Wirkungsgrad im
Vorschaltgerät reduziert also die Lichtausbeute des Systems. In der Tabelle sind die Daten
einiger gebräuchlicher Lichtquellen angegeben. Man sieht, über welch weite Bereiche sich die
Zahlenwerte erstrecken.Den Rekord in Lumen/Watt hält die Natrium-Niederdrucklampe, die
aber leider gelbes Licht abgibt, was zum Farb-Sehen herzlich ungeeignet ist. Weißes Licht
lässt sich nur mit wesentlich geringerer Lichtausbeute erzeugen.
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Candela
Wer Daten von LEDs studiert, findet dort üblicherweise keine Angaben über den Lichtstrom,
sondern über Candela (cd). Was hat es damit auf sich? In Candela wird die Lichtstärke, der
(Teil-) Lichtstrom in einem (kleinen) Raumwinkel angegeben. Eine Lichtstärke von 1 cd liegt
dann vor, wenn im (räumlichen) Vollwinkel ein Lichtstrom von 1 Lumen abgestrahlt wird. Es
gilt also:
Lichtstärke =Lichtstrom pro Raumwinkel
Angaben für die Lichtstärke findet man üblicherweise bei gebündelt strahlenden Lichtquellen
wie Halogen-Reflektorlampen oder auch vielen LEDs. Mit der Lichtstärke wird dann oft ein
Öffnungswinkel angegeben, der angibt, wie groß der Winkel des Lichtkegels ist, an dessen
Rand die Lichtstärke auf die Hälfte abgefallen ist. Eine extreme Lichtstärke erreichen Laser,
weil der von Ihnen ausgesandte Lichtstrahl einen sehr kleinen Öffnungswinkel hat. Der
Vergleich von Lichtquellen wird also dadurch erschwert, dass Angaben von Lichtstrom und
Lichtstärke gemacht werden und dabei gegebenenfalls noch die Farbe des Lichts zu
berücksichtigen ist.
Seit kurzem gibt es von Luxeon so genannte LumiLEDs mit einer elektrischen
Leistungsaufnahme von 1 W (330 mA bei etwa 3,4 V für eine weiße LED).

Bild 2. 1-W-LEDs von Luxeon in verschiedenen Bauformen.

Lichtstrom verschiedenfarbiger Luxeon-LEDs.
Der Wert einer weißen LED übertrifft inzwischen den einer Halogen-Reflektorlampe. Auch
bei farbigen Strahlern werden beachtliche Werte erreicht. Die Farbe Royal Blue hat ihr
Strahlungsmaximum bei ungefähr 450 nm. Bei dieser Wellenlänge ist das Auge schon so
unempfindlich, dass die Strahlungsleistung in Milliwatt angegeben wird. Dieser Wert liefert
uns einen ersten Hinweis, wie effizient solch eine LED arbeitet. Von 1 W elektrischer
Leistung werden immerhin 10 Prozent in Licht gewandelt und abgestrahlt.
Quellenhinweis: Prof. Dr.-Ing. Martin Oßmann, Mehr Licht!, Elektor 10/2003. Den
vollständigen Artikel finden Sie auch auf der Elektor-Jahrgangs-CD 2003.
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